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Shore A vs. Shore D bei TPU: Das richtige Messverfahren wählen

Shore A vs. Shore D bei TPU: Das richtige Messverfahren wählen – PlastoNord

Kurzfassung

Bei TPU entscheidet das gewählte Härte-Messverfahren maßgeblich über die Aussagekraft des Ergebnisses. Weiche Typen (unter ca. 90 Shore A) werden vorzugsweise mit einem Shore-A-Durometer gemessen, da Shore-D-Messungen in diesem Bereich zu Fehlinterpretationen führen. Bei härteren Typen (ab ca. 90 Shore A) ist zusätzlich eine Shore-D-Messung sinnvoll, weil sie im oberen Härtebereich besser differenziert. Shore-A- und Shore-D-Werte lassen sich nur näherungsweise über Umrechnungstabellen ineinander überführen – eine echte Messung ersetzt das nicht.

Auf einen Blick

  • Weiche TPU (< ca. 90 Shore A): vorzugsweise mit Shore-A-Durometer messen.
  • Harte TPU (≥ ca. 90 Shore A): zusätzlich Shore-D-Messung für bessere Differenzierung.
  • Shore A ↔ Shore D nur näherungsweise per Umrechnungstabelle – keine echte Messung.
  • Häufiger Fehler: ungeeignete Skala verwenden oder Shore-A- und Shore-D-Werte direkt vergleichen.
  • PlastoNord prüft und dokumentiert im Übergangsbereich beide Skalen für maximale Genauigkeit.

Warum es zwei Skalen gibt

Die Shore-Härteprüfung nach ISO 868 (bzw. ASTM D2240) nutzt unterschiedliche Durometer-Typen, die sich in der Geometrie der Prüfspitze und der aufgebrachten Federkraft unterscheiden. Der Typ A besitzt eine stumpfere Spitze und eine geringere Federkraft und ist für weiche bis mittelharte Elastomere ausgelegt. Der Typ D besitzt eine spitzere Nadel und eine deutlich höhere Federkraft und ist für harte, steife Werkstoffe konzipiert.

Jede Skala ist nur in ihrem vorgesehenen Bereich aussagekräftig. Außerhalb dieses Bereichs werden die Messwerte unzuverlässig – genau hier entstehen die meisten Fehlinterpretationen bei TPU.

MerkmalShore A (Typ A)Shore D (Typ D)
Prüfspitzestumpf (Kegelstumpf)spitz (Kegel/Nadel)
Federkraftgeringerdeutlich höher
Ausgelegt fürweiche bis mittelharte Elastomereharte, steife Werkstoffe
Sinnvoller TPU-Bereichca. 60–95 Shore Aab ca. 90 Shore A / 40 Shore D
NormISO 868 / ASTM D2240ISO 868 / ASTM D2240

Weiche TPU-Typen: Shore A bevorzugen

Bei weicheren TPU-Typen unterhalb von etwa 90 Shore A sollte vorzugsweise mit einem Shore-A-Durometer gemessen werden. In diesem Bereich liefert eine Shore-D-Messung nur sehr niedrige, kaum differenzierbare Werte und kann zu Fehlinterpretationen führen, weil die D-Skala für so weiche Werkstoffe schlicht nicht ausgelegt ist.

Ein weiches TPU mit z. B. 85 Shore A korrekt mit der A-Skala zu prüfen liefert ein klares, reproduzierbares Ergebnis. Eine D-Messung am selben Material würde dagegen einen wenig aussagekräftigen Wert nahe dem unteren Skalenrand ergeben.

Harte TPU-Typen: zusätzlich Shore D messen

Bei härteren TPU-Typen ab etwa 90 Shore A nähert sich die A-Skala ihrem oberen Ende. Dort verliert sie an Auflösung: Mehrere unterschiedlich harte Materialien können sehr ähnliche, hohe Shore-A-Werte zeigen. Hier ist eine zusätzliche Shore-D-Messung sinnvoll, weil die D-Skala im oberen Härtebereich eine deutlich höhere Differenzierung ermöglicht und Unterschiede klarer abbildet.

Aus diesem Grund werden harte TPU-Typen häufig mit beiden Werten charakterisiert – z. B. „98 Shore A / 58 Shore D“ –, um die Härte über den gesamten relevanten Bereich eindeutig zu beschreiben.

Umrechnung Shore A ↔ Shore D: nur eine Näherung

Es existieren anerkannte Umrechnungstabellen, mit denen sich Shore-A- und Shore-D-Werte näherungsweise ineinander überführen lassen. Diese Tabellen beruhen auf empirischen Korrelationen und sind nützlich für eine erste Einordnung.

Wichtig ist jedoch: Eine solche Umrechnung ersetzt niemals eine tatsächliche Messung. Material, Geometrie, Temperatur und Prüfbedingungen beeinflussen das Ergebnis. Wer sich allein auf eine umgerechnete Zahl verlässt, riskiert systematische Abweichungen – gerade im sensiblen Übergangsbereich.

Hinweis: Umgerechnete Werte sind Schätzungen, keine Messwerte. Für Spezifikationen und Wareneingangsprüfungen zählt die tatsächliche Messung mit der geeigneten Skala.

Typische Fehlerquellen in Labor und Wareneingang

In der Praxis werden viele Labor- und Wareneingangsprüfungen fehlerhaft interpretiert. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Verwendung eines ungeeigneten Messverfahrens (z. B. Shore D an einem weichen Typ oder Shore A an einem sehr harten Typ).
  • Direkter Vergleich von Shore-A- und Shore-D-Werten, als wären sie auf derselben Skala – das ist nicht zulässig.
  • Übernahme umgerechneter Werte als vermeintliche Messwerte.
  • Abweichende Prüfbedingungen (Probendicke, Andruckzeit, Temperatur) gegenüber der Referenz.

Der PlastoNord-Ansatz: Transparenz im Übergangsbereich

Als Besonderheit prüft und dokumentiert PlastoNord – insbesondere im Übergangsbereich um 90 Shore A – beide Skalen. Dadurch erhalten unsere Kunden eine eindeutige, doppelt abgesicherte Härtekennzeichnung statt einer einzelnen, möglicherweise grenzwertigen Zahl.

Dieser Ansatz bietet die höchstmögliche Genauigkeit und Transparenz: Verarbeiter können ihre eigenen Wareneingangsprüfungen sauber gegen die richtige Skala abgleichen und vermeiden so die genannten Fehlinterpretationen.

Häufige Fragen

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